Wie die Welt im Kopf entsteht. Von der Kunst, sich eine Illusion zu machen
von Martin Urban

Der Untertitel dieses hervorragenden Buches lautet „Von der Kunst, sich eine Illusion zu machen.“ Und es ist die ideale Ergänzung zu meinem Seminar „Die Kraft der inneren Bilder“. Wer der Idee Eigenmotivation (motiv = Bild, motivare “von innen heraus zu etwas bewegen“) auf den Grund gehen möchte, ist beim Wissenschaftsjournalisten Urban genau an der richtigen Adresse. Denn der Mensch kann gar nicht anders, als sich dauernd eigene Bilder zu schaffen. Oder wie es die Amazon-Redaktion treffend formuliert: „Der Mensch nimmt die Welt keineswegs so wahr, wie sie ist. Er riecht, sieht, hört, fühlt und schmeckt. Und das, was er wahrnimmt, setzt er sofort in Bilder um. Er kann gar nicht anders. Ständig entstehen neue Bilder in seinem Kopf. Und motivieren sein Handeln. Mehr als 90 % dessen, was wir zu wissen glauben, vermuten wir nur. Und dennoch: Illusionen haben den Menschen evolutionär so erfolgreich gemacht.“ Wer weiß, wie wichtig das „Bilder machen“ und „erzeugen“ ist, wer versteht, welch schöpferischer Prozess sich dahinter verbirgt und welches Erbe wir mit all unseren inneren Bildern mit uns rumschleppen, der ist bestens gewapnet, um alte Bilder aus seiner eigenen Welt zu verbannen und eigene, neue zu schaffen.

Wer also mehr darüber wissen will, welche Bilder man mit sich rumschleppt, warum Spiegelneuronen so elementar für unsere Interpretation der Welt sind, warum die ganze Welt eine Bühne ist, warum Epiktet oder Shakespeares lange vor den Entdeckungen der Neurologie recht hatten, der sollte sich dieses Buch beschaffen und genüsslich darin schmökern.


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